patrick foletti. sempach. 2026

Es gibt sie, diese Menschen, die Raum einnehmen, ohne laut zu sein. Menschen, die präsent sind, noch bevor sie etwas sagen. Patrick Foletti ist so einer. Mit unverkennbarer Fussballer-Statur steht er uns im von Sonnenstrahlen durchfluteten Studio gegenüber. So spontan, wie dieses Treffen entstanden ist, lässt er sich auch auf das Fotoshooting ein.

Die Fotografie bedeute ihm viel. Sie halte Erinnerungen fest, die sonst ohne festen Rahmen im eigenen Kopf umherschwirren. Er erinnert sich an ein Bild mit seinen Zwillingen im Arm, kurz nach deren Geburt. Ein Freund kommentierte es damals mit den Worten: «Der beste Fang deines Lebens.» Wie passend.

Sein Akzent verrät seine Wurzeln sofort. 1974 in Mendrisio im Tessin geboren, lebt Patrick Foletti heute mit seiner Familie im Kanton Luzern. Viele kennen ihn aus seiner Zeit als Profi-Torhüter bei verschiedenen Schweizer Fussballclubs sowie bei Derby County in England. Auch nach seiner aktiven Karriere hat er den Fussballplatz nie wirklich verlassen. Seit 2011 ist Foletti Goalietrainer der Schweizer A-Nationalmannschaft und Inhaber einer eigenen Goalieschule. Vor allem aber ist er jemand, der Talente begleitet, formt und fördert.

Auf die Frage nach seinem Erfolgsrezept antwortet er: «Ich bin mir selbst immer treu geblieben. Ich habe mich nie verstellt – auch nicht, um irgendjemandem zu gefallen oder weiterzukommen. Vielleicht war das manchmal sogar ein Hindernis. Aber Ehrlichkeit war für mich immer der einzige Weg. Sich zu verstellen bringt vielleicht kurzfristigen Erfolg. Auf Dauer gewinnt nur, wer authentisch bleibt.»

Während er spricht, entsteht der Eindruck eines Menschen, der innerlich ruhig ist. Sein Kopf sei aber oft auch das Gegenteil: laut. Foletti ergänzt: «Die Leidenschaft ist das Benzin, das mich antreibt. Doch Leidenschaft kann dich auch in den Wahnsinn treiben.» Er räuspert sich und lacht. «Der Druck im Spitzensport ist enorm. Eine ganze Nation schaut zu. Sie bejubelt die Spieler im einen und zerreisst sie im nächsten Moment.» Talent allein reiche deshalb nie aus. Entscheidend seien Disziplin, Konstanz und die Fähigkeit, mit Kritik, eigenen Gedanken und Emotionen umgehen zu können. Am Ende läuft vieles auf einen Begriff hinaus: Resilienz.

Ich begegne vielen Menschen, die vehement nach Sinn suchen. In ihrem Leben, in ihrem Beruf. Patrick Foletti hat sein Warum gefunden, ohne je danach gesucht zu haben. Vielleicht beschreibt kein Satz seine Leidenschaft besser als dieser: «Auf dem Fussballplatz fühle ich mich komplett frei.»

Photographs by Dario Zimmerli
Words by Natalie Schafroth

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Sophia Seemann

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Manuela Schär