andrin amrein. olten. 2026

Zwischendurch drehte ich mich leicht zur Seite und spickte auf meine selbst skizzierten Ideenzettel. Ich erwische mich oft genau in dieser Situation, immer auf die gleiche Weise. Mittlerweile weiss ich das, da es sich ständig wiederholt.

Auf dem Zettel notiere ich meistens am Abend vor dem Shooting gewisse Ideen: wie ich das Model platziere, woher das Licht strahlt oder welches Objektiv ich für welchen Bildausschnitt verwende. Mit einem schwarzen Signierstift male oder skizziere ich, was ich mit meinem inneren Auge sehe.

Zurück zum Shooting. Wie gesagt, spicke ich auf den Ideenzettel und merke, dass ich die Ideen bereits durchfotografiert habe. Nicht nur das – zusätzlich sind Dutzende weitere Bildkompositionen entstanden, die nie geplant waren.

Schlussendlich zeigt es mir immer wieder dasselbe: Für mich ist eine gewisse Planung sicherlich notwendig. Das gibt mir Sicherheit und lässt mich vor grossen Shootings besser einschlafen.

Aber die Magie, das Unerwartete, die alles entscheidende Kreativität passiert während des Shootings. Genau dann verlasse ich den geplanten, strikten Weg, springe über die Planken nach links und rechts und lasse mich von der Kreativität tragen.

Ich fühle mich dann echt, nicht manipuliert. Ich denke, nur so entstehen authentische Aufnahmen.

Photographs by Dario Zimmerli
Words by Dario Zimmerli

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Pirmin Loetscher

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